Unsere Wut ist politisch. Veranstaltungen rund um den Feministischen Kampftag 2026

Wir sind wütend. 

Und es ist Zeit, diese Wut sichtbar zu machen. Deshalb stellen wir zum diesjährigen feministischen Kampftag die Wut von Frauen* in den Mittelpunkt.

Anlässe zur Wut gibt es genug: Wenn der Heimweg zur Mutprobe wird, weil der schlimmste Fall immer mitgedacht werden muss. Wenn Frauen die gleichen Jobs erledigen wie Männer, dafür aber weniger verdienen. Wenn Haus- und Sorgearbeit selbstverständlich erwartet, aber kaum gesehen wird. Wenn über unsere Körper hinweg diskutiert und unsere Schmerzen als „typisch weiblich“ abgetan werden. Wenn Sprüche, Blicke und vermeintliche Witze den Alltag durchziehen.

All das ist kein Einzelfall. Es ist strukturelle Ungerechtigkeit.

Und doch gilt: Wut zu zeigen, ist noch immer ein männliches Privileg. Wütende Männer gelten als durchsetzungsstark, während wütende Frauen als hysterisch gelten. Ihre Inhalte werden überhört, ihr Ton kritisiert, ihre Kompetenz infrage gestellt. Queere Menschen und BIPoC erleben diese Abwertung oft besonders stark.

Wir sagen: Unsere Wut ist berechtigt. Und sie ist politisch.

Wütende Frauen, die sich zusammentun, können nicht mehr als „Einzelfälle“ ignoriert werden. Nur gemeinsam verändern wir die bestehenden Verhältnisse und dazu laden wir ausdrücklich auch Männer ein.

Nicht nur, aber vor allem am 8. März machen wir die Kraft unserer Wut sichtbar.

Unsere politischen Forderungen zum Int. Frauentag

Unsere Wut hat klare Ziele. Hier bündeln wir einige aktuellen Forderungen für Frauen*, Feminismus und Geschlechtergerechtigkeit. Wir fordern: 

Vereinbarkeit von Familie und Beruf 

  • Flexible Arbeitszeitmodelle
  • Reform von Elternzeit und Elterngeld: Mindestens ein Drittel der Zeit soll von jedem Elternteil genutzt werden
  • Verlässliche und hochwertige Kinderbetreuung
  • Gerechte Verteilung von Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern

Gleichberechtigte Erwerbsbeteiligung

  • Reform des Ehegattensplittings hin zu individueller Besteuerung mit übertragbarem Grundfreibetrag
  • Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit
  • Mehr Transparenz über Lohngefälle
  • Mutterschaftsgeld auch für Selbstständige

Gewaltschutz konsequent stärken

  • Elektronische Fußfessel bei Gefährdern ermöglichen
  • Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung für Betroffene von Partnerschaftsgewalt, häuslicher und geschlechtsspezifischer Gewalt 
  • Flächendeckende Notfallversorgung für Opfer sexualisierter Gewalt
  • Eigenständiger Aufenthaltstitel für gewaltbetroffene Frauen

Selbstbestimmung sichern

  • Frauenquoten in Aufsichtsräten und Vorständen großer Unternehmen sowie ein Paritätsgesetz für Bundestagswahlen
  • Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen
  • Kostenfreie, ärztlich verordnete Verhütungsmittel
  • Ein geschlechtergerechtes Gesundheitssystem

Alle Maßnahmen müssen trans*, inter* und nicht-binäre Personen ausdrücklich mitdenken.

Wir wollen unsere Wut am 08. März auf die Straße tragen. Deswegen laden wir euch zu folgenden Veranstaltungen ein:

Ab dem 04. März: Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ mit Claudia

Zum Internationalen Frauentag rücken Claudia und ihr Team Frauen in den Fokus, die im geteilten Deutschland für Freiheit, Selbstbestimmung und politische Teilhabe gekämpft haben. Ab dem 4. März könnt ihr euch im GRÜNEN Raum am Kanal die Ausstellung „Frauen im geteilten Deutschland“ der Bundesstiftung Aufarbeitung ansehen. Zum Eröffnungsabend spricht die Bürgerrechtlerin Gesine Oltmanns von der Stiftung Friedliche Revolution über Frauenbilder, Lebensrealitäten und den Einsatz für Demokratie in der DDR. Geschichte verstehen, heißt Zukunft gestalten – kommt vorbei, seht Euch die Ausstellung an und diskutiert mit!Besuchen könnt Ihr Ausstellung von 4. bis 31. März auch täglich während der Bürozeiten: Mo-Mi/Fr 9-15 Uhr, Do 9-17 Uhr

Wann: Montag, 4. März 2026, 18:00 Uhr
Wo: GRÜNER Raum am Kanal, Zschochersche Str. 59, 04229 Leipzig


06. März: Internationaler Frauentag: Zwischen Konjunktur und Sorgearbeit

Besonders Frauen erleben schon heute große Zeitknappheit, da sie neben ihrer Erwerbsarbeit nach wie vor den größten Teil der unbezahlten Sorgearbeit übernehmen. Vor diesem Hintergrund veranstaltet der DGB im Rahmen des Weltfrauentags eine Podiumsdiskussion dazu, wie sich Gesellschaft, Arbeit und Wirtschaft so weiterentwickeln können, dass die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Sorgenden und Pflegenden, Arbeitnehmerinnen, Alleinerziehenden, Kindern und älteren Menschen besser berücksichtigt werden. Mit im Podium sitzt unter anderem unsere grüne Bürgermeisterin für Jugend, Schule und Demokratie der Stadt Leipzig, Vicki Felthaus sowie Daniela Kolbe, Vorsitzende des DGB Sachsen und Jutta Allmendinger, Professorin für Bildungssoziologie und Arbeitsmarktforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin. 

Wann: Freitag, 6. März 2026, 17:00 Uhr
Wo: Vortragssaal der Albertina, Beethovenstr. 6, 04107 Leipzig


07. März: Lesung mit Stadträtin Marsha Richarz

Marsha liest aus ihrem neuen Buch „MIT MACHT SPIEL – Als FLINTA politischen Raum einnehmen“. Im Anschluss an die Lesung laden wir zu einer Diskussionsrunde mit Stadträtinnen und kommunalen Mandatsträgerinnen ein. Gemeinsam sprechen wir über politisches Engagement, Hürden im Alltag, Strategien des Dranbleibens und darüber, wie feministische Politik auf kommunaler Ebene konkret gelebt wird.  

Wann: Samstag, 7. März 2026, 10:30 Uhr
Wo: GRÜNES Quartier, Heinrichstraße 9, 04317 Leipzig


08. März: FLINTA-Brunch der GRÜNEN JUGEND zum feministischen Kampftag

Noch immer sind FLINTA*-Personen strukturell benachteiligt. Ob durch den Gender Pay Gap, ungleiche Verteilung von Care-Arbeit oder patriarchale Gewalt. Der 8. März ist deshalb kein ‚Feiertag‘ für uns, sondern ein feministischer Kampftag: Wir gehen auf die Straße und sind laut für gleiche Rechte, gleiche Chancen und echte gesellschaftliche Teilhabe.
Du hast auch kein Bock auf Blumen zum ‚Frauentag‘? Dann komm am 8. März ab 10:30 Uhr zu unserem FLINTA*-Brunch ins SüdGrün. Gemeinsam wollen wir uns bei Waffeln austauschen und beim Banner malen kreativ werden. Im Anschluss gehen wir zusammen zur Demo.

Kommt vorbei, bringt Freundinnen* mit und lasst uns gemeinsam ein starkes Zeichen für unsere Rechte setzen!

Wann: Sonntag, 8. März 2026, 10:30 Uhr
Wo: Südgrün, Karl-Liebknecht-Str. 91, 04275 Leipzig



08. März: Demonstration zum feministischen Kampftag

Am 8. März gehen wir gemeinsam mit dem Bündnis Leipzig nimmt Platz und unserer AG Geschlechterpolitik auf die Straße, für Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Solidarität. Der 8. März, der Internationaler Frauentag, ist ein wichtiger Tag, um feministische Kämpfe sichtbar zu machen und unsere Forderungen laut zu vertreten. Kommt zahlreich zur Demo, zeigt Flagge und bringt gerne Freund*innen mit! Gemeinsam sind wir lauter und stärker!

Wann: Sonntag, 8. März 2026, 14:30 Uhr
Wo: Treffpunkt ist vor der Oper

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